Der Assistenzhund

 

cropped-IMG-20141013-WA0017-1024x768.jpgIm Folgenden stellen wir Ihnen vor, welche Art von Assistenzhunden wir mit Ihrer Hilfe unterstützen wollen.

Assistenzhund für Menschen mit körperlichen Einschränkungen

Dieser Begriff umschreibt eine Vielzahl an Möglichkeiten und Anforderungen, die Hunde für Menschen mit Einschränkungen leisten können.

Dies hängt ganz individuell von den Einschränkungen des Menschen ab. Manche benötigen lediglich Hilfe beim Aufheben von herabgefallenen Dingen, Hilfe beim An- und Auskleiden oder das Bringen des Telefons.

Für Menschen, die aufgrund schwerer körperlicher Behinderungen auf den Rollstuhl angewiesen sind ändern sich auch die Anforderungen an den Hund. Hier muss der Hund deutlich mehr Hilfestellung leisten und auch in Notfallsituationen reagieren können.

Neben den „praktischen“ Hilfen leistet so ein vierbeiniger Freund für eingeschränkte Personen auch im sozialen Bereich vieles. Er fungiert als Vermittler von Kontakten, Hemmungen gegenüber anderen Menschen werden durch den Hund als Gesprächsthema leichter überwunden. Viele Menschen sind mit dem Hund als Begleiter wieder deutlich selbständiger und gewinnen neues Selbstvertrauen.

Assistenzhunde für Menschen mit Diabetes

Diese Hunde sind speziell darauf trainiert, die potentiell gefährlichen Schwankungen des Blutzuckerspiegels bei Diabetikern zu erkennen und dem Diabetiker eine Hypo- oder Hyperglykämie durch ein erlerntes Verhalten anzuzeigen.

Hunde arbeiten hierbei zum einen mit ihrem hervorragend ausgebildeten Geruchsinn, da sie circa 220 Millionen Geruchszellen mehr als der Mensch besitzen. Deswegen können sie schon kleinste Veränderungen im Schweiß bzw. der Atemluft des Menschen wahrnehmen.

Zum anderen erkennt der Hund eine Über- bzw. Unterzuckerung am Verhalten des Diabetikers. Ein solcher spricht, bewegt und verhält sich anders als sonst.

Dieser speziell ausgebildete Assistenzhund kann…

  • Über- bzw. Unterzuckerung anzeigen, durch z.B. Bellen, Kratzen, Anstupsen
  • den Notruf auslösen
  • Blutzuckermessgerät und Traubenzucker bringen
  • Angehörige verständigen
  • kohlehydratreiche Getränke bringen
  • Hilfe holen
  • die Türe für Helfer öffnen
  • gewollten Ungehorsam zeigen, durch z.B. kein Treppensteigen, die Straße nicht zu überqueren

Die Aufgabe dieses Assistenzhundes ist es, über den Blutzuckerspiegel seines Frauchens/ Herrchens zu wachen und eine einsetzende Hypoglykämie rechtzeitig anzuzeigen. Nachts schläft er neben dem Bett und gibt “seinem Menschen” dadurch ein nicht gekanntes Maß an Sicherheit und für andere Familienmitglieder wieder ruhigere Nächte.

Dieser Assistenzhund ist für den Diabetiker eine großartige Hilfe, erleichtert das Leben und macht es vor allem sicherer.

Assistenzhunde für Menschen mit Epilepsie

Sie werden – mit dem künftigen Besitzer – unter anderem dazu ausgebildet, Anfälle im Voraus anzuzeigen. So kann sich der/die Betroffene darauf vorbereiten, eine Notfalltablette nehmen oder Hilfe holen. Falls sich ein Anfall unterwegs anbahnt, kann der Hund durch erlernte Kommandos entweder den Menschen sicher nach Hause führen oder andere Menschen auf die Situation aufmerksam machen, um gegebenenfalls Hilfe zu holen.

Durch eine zuverlässige Anfallswarnung wird dauerhaft eine Verbesserung in mehreren Bereichen erreicht:

  • Die Betroffen erleben eine neue Sicherheit in ihrem tägliche Leben, da die bis dahin belastende Unkontrollierbarkeit der Anfälle gemindert wird.
  • Die Anfallshäufigkeit nimmt ab, da durch die Warnung des Hundes vor einem Anfall eine präventive Einnahme der Medikamente möglich ist.
  • Die Menschen gewinnen ein hohes Maß an Selbstsicherheit, sie werden eigenständiger und knüpfen neue Sozialkontakte.

Assistenzhunde für Menschen mit PTBS/DIS

Diese Hunde werden speziell auf die Bedürfnisse des Assistenznehmers ausgebildet. Viele Betroffene können z.B. nicht alleine die Wohnung verlassen, hier beginnt die Arbeit des Assistenzhundes. Er begleitet den Assistenznehmer im Alltag, zum Einkaufen und zu Arztterminen und kann so durch bestimmtes Verhalten Sicherheit schaffen. So kann er z.B. den Assistenznehmer bei einer drohenden Panikattacke beruhigen, ihn aus der belastenden Situation herausführen und gegebenenfalls an Notfallmedikamente erinnern.

Es gibt vielfältige Aufgaben, die ein PTBS-Assistenzhund ausführen kann, einige derer sind:

  • Unterbrechen von Panikattacken und Dissoziationen, gegebenenfalls Erinnern an Notfallmedikamente
  • Führaufgaben, der Hund lernt bestimmte Wege und führt seinen Assistenznehmer eigenständig
  • Blocken, der Hund stellt sich vor oder hinter seinen Assistenznehmer und schafft so Abstand zu anderen Personen
  • Räume sichern, der Hund geht voraus, in dunkle Räume oder um Hausecken, um zu sichern, dass sich dort keine Person aufhält
  • Licht anschalten bei Dunkelheit, Schlüssel finden

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